23.02.2026

Vortrag von Dr. Thomas Lutz

Vortrag von Dr. Thomas Lutz
(Berlin, ehem. Topographie des Terrors)
16. März 2026 / 19:00 Uhr / Alte Anatomie

Deutschland wird nicht nur von dem britischen Historiker Timothy Garton Ash als „Weltmeister der Aufarbeitung der Vergangenheit“ bezeichnet; insbesondere seit den 2000er Jahren hat diese Zuschreibung auch international breite Anerkennung gefunden. Dabei besteht jedoch die Gefahr, dass die lange Phase des Verschweigens nach 1945 sowie das konfliktreiche Ringen um die Anerkennung der NS-Opfer seit den 1980er Jahren aus dem Blick geraten. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob nicht weiterhin Utz Jeggles Einschätzung aus den 1990er Jahren zutrifft, wonach Gedenkstätten ein „Bleiberecht im nützlichen Gewand“ haben.

In seinem Vortrag analysiert Thomas Lutz anhand der Entwicklung der Gedenkstätten für NS-Opfer den Wandel der Interpretation der nationalsozialistischen Verbrechen in den vergangenen 40 Jahren sowie die heute zentralen erinnerungspolitischen Debatten.