Kinder des Feindes. Über das Aufwachsen mit einem Tabu – Gespräch mit Monika Dittombée und Alexander Metz
Wir laden herzlich zu unserer nächsten Veranstaltung am Montag, den 16.11.2026, um 19 Uhr ein:
Mehr als 8 Millionen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter schufteten 1944, auf dem Höhepunkt der Kriegsindustrie, im Deutschen Reich. Nur noch wenige können erzählen, was das hieß. Die Generation auch dieser Zeitzeugen ist an ihr Ende gekommen.
Überhaupt nie davon erzählen konnten diejenigen, die diese Zwangsarbeit in Deutschland nicht überlebten, weil sie an Erschöpfung, Mangelernährung, fehlender medizinischer Betreuung oder direkter Gewalt gestorben waren. Nicht wenige hatte die Gestapo wegen „verbotenem Umgang“ zu einer deutschen Frau öffentlich aufgehängt. 41 dieser Exekutierten kamen an die Tübinger Anatomie.
Für die Kinder, die manchmal aus diesen „verbotenen Beziehungen“ hervorgingen, war diese Herkunft fast immer ein Tabu. Sie wuchsen im Schweigen auf. Lange wussten sie nichts vom Schicksal ihres Vaters, von den Gefährdungen ihrer Mutter. Oft ließ sie die Umwelt glauben, dass mit ihnen etwas nicht in Ordnung sei. Nicht selten wurden sie versteckt, beschimpft und verprügelt.
Die Journalistin Monika Dittombée hat sich auf diese Suche nach diesen Kindern des Feindes begeben und deren Lebenswege in dem Buch „Schattenschicksale“ aufgeschrieben. Es sind Geschichten voller Brüche und Risse, quer durch Familien – aber auch Geschichten von Resilienz und – manchmal – auch von Versöhnung.
Monika Dittombée wird im Gespräch mit Prof. Dr. Benigna Schönhagen von ihren Begegnungen mit den damals „unerwünschten“ Kindern und deren Suche nach einer Identität berichten, zusammen mit Alexander Metz, einem der Protagonisten ihres Buches.
- 16. November 2026 / 19:00 Uhr
- Alte Anatomie (Österbergstraße 3) / hybrid (Zugangsdaten auf Anfrage an info@graeberfeldx.de)
Der Eintritt ist frei. Spenden helfen uns, solche Veranstaltungen weiterhin anzubieten.
Herzliche Einladung!

